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Reden die Streitbeteiligten miteinander, erfahren sie zum Beispiel, dass sich der Streit oft aus einem Missverständnis entwickelt hat.
Sie erfahren, dass auch andere verletzte Gefühle haben und mit Wut reagieren. Und sie erfahren, dass ein Streit sich ganz schön „hochschaukeln“ kann.
Um aus einem Streit positive Erfahrungen zu ziehen, üben alle Lehrer unserer Schule mit den Kindern „sinnvolles Streiten“ nach folgenden sechs Punkten:

1. Wir setzen uns mit den Streitbeteiligten zusammen.
2. Das Kind, das eine Beschwerde vorzubringen hat, beginnt zu reden. Es wird zu Ende angehört und nicht unterbrochen.
3. Nun erzählt das beschuldigte Kind das Geschehen aus seiner Sicht. Auch hier wird nicht unterbrochen. Oft entstehen dabei schon erste Erkenntnisse über die Entwicklung des Streits.
4. Sind die Fronten verhärtet, stellen die Lehrer entscheidende Fragen zum gegenseitigen Verständnis. (Z.B. „Wie würdest du dich fühlen, wenn...? Kannst du verstehen, warum er/ sie so gehandelt hat?“)
Ist Einfühlungsvermögen erreicht, kann der Streit beigelegt werden.
5. Als Zeichen des endgültigen Abschlusses dieses Streits reichen sich die Beteiligten die Hand und entschuldigen sich.
6. Wir sind nicht nachtragend! Ein alter Streit ist kein Grund für einen neuen!
Dieses ritualisierte Streiten hat den Vorteil, dass jedes Kind weiß, wann es an der Reihe ist. Niemand braucht den anderen zu überschreien.
Jedes Kind fühlt sich ernst genommen und darf sich und seinem Standpunktgehör verschaffen.
Das gelernte Streiten klappt so gut, dass viele Kinder Streits allein unter sich klären können. Damit ist ein Ziel des sozialen Lernens erreicht.